Pilkington Pyrodur®

Pilkington Pyrodur® - Funktionsweise, Übersicht zur Produktpalette und allgemeine Hinweise

Funktionsweise

Pilkington Pyrodur® ist ein im normalen Gebrauch klar durchsichtiges Brandschutzglas für Verglasungen der Feuerwiderstandsklasse E30 (gegen Feuer widerstandsfähige Verglasungen).

Pilkington Pyrodur® besteht aus Floatglasscheiben, die durch eine oder mehrere Brandschutzschichten verbunden sind. Im Brandfall schäumen diese Schichten bei Temperaturen von ca. 120 °C auf und verhindern gemeinsam mit dem Glas den Durchtritt von Feuer und Rauch und reduzieren zusätzlich den Durchgang der Hitzestrahlung und die Abstrahlung in den Schutzraum erheblich.

Verhalten von Pilkington Pyrodur® im Brandfall

Die vertikal angeordnete Brandschutzverglasung erfüllt die Anforderungen der jeweiligen Feuerwiderstandsklasse bei einseitiger Brandbeanspruchung, jedoch unabhängig von der Richtung der Brandbeanspruchung.

Brandschutzleistungen von Pilkington Pyrodur® und anderen „E-Gläsern“


Temperaturerhöhung

a) Im Prüfofen gemäss Einheits-Temperaturzeit-Kurve (ETK)
b) Auf der feuerabgekehrten Seite von "E-Gläsern" ohne isolierende Brandschutzschichten im Normalbrandfall
c) Bei Pilkington Pyrodur® auf der feuerabgekehrten Seite im Brandfall  


Verglichen mit im Brandfall transparent bleibenden „E-Gläsern“ lässt Pilkington Pyrodur® nach 30 Minuten Normbrand 5 mal weniger gefährliche Energie in den zu schützenden Raum. Dabei liegt die Oberflächentemperatur auf der Schutzseite der Gläser bei Pilkington Pyrodur® bei ca. 350 °C, bei den anderen „E-Gläsern“ ohne isolierende Brandschutzschichten bei über 600 °C.

Die Wirkungsweise von Pilkington Pyrodur® bedingt somit nachweislich einen zusätzlichen Schutz hinsichtlich der Gefährdung der Menschen und eine Reduzierung des Entzündungsrisikos von brennbaren Materialien auf der Schutzseite.

Ebenfalls ermöglicht Pilkington Pyrodur® mit der reduzierten Hitzestrahlung die Verwendung von Sicherheitsglaskombinationen für den erhöhten Schallschutz und für erhöhte Sicherheitsanforderungen bereits als Bestandteil einiger allgemein zugelassener Brandschutzsysteme.

Übersicht der Pilkington Pyrodur®-Brandschutzgläser für E-Verglasungen 

Typ 1)
Feuer-
wider-stands-
klasse
Aufbau 2)Kombination
laut
Zulassungen
Dicke
in ca. mm

Dicken-
toleranz
in mm
Lichtdurch-
lässigkeit
in ca. %
Gewicht
in ca. kg/m2
Mass-
toleranz
in mm
RW-Wert 3)
in ca. dB


Ug-Wert
in ca. W/m2K
Pilkington Pyrodur®-Innenanwendung für die E 30-Klasse






30-10
E30
EV
Standard
7
± 1,0
90
17

± 2,0
bis 200 cm Kantenlänge

± 3,0
über 200 cm Kantenlänge

34
5,6
30-12
E30
EV
mit Ornamentglas 504
8
± 1,0

88
20
34
5,5
Pilkington Pyrodur®-Aussenanwendung4) für die E 30-Klasse





30-2005)
E30EV
Standard6)
14
± 1,0
88
32
± 2,0
bis 200cm Kantenlänge

± 3,0
über 200 cm Kantenlänge


 
38
5,2
30-201
E30
EV
Standard
10
± 1,0
88
24
36
5,4
30-203
E30
EV
Standard
11
± 1,5
88
27
37
5,3
30-25
E30
ISO 2-fach
Standard
28
[SZR 8] 
oder
32
[SZR 12] 
± 2,0
79
48
38
[SZR 8] 
oder
39
[SZR 12] 
2,9
[SZR 8] 
oder
2,7
[SZR 12] 
30-26
E30
ISO 2-fach
mit ESG als Aussenscheibe
± 2,0
79
48
30-27
E30
ISO 2-fach
mit Schalldämm-Verbund-Sicherheitsglas als Aussenscheibe
31
[SZR 8] 
oder
35
[SZR 12] 
± 2,0
79
5544
[SZR 8] 
oder
45
[SZR 12] 
2,9
[SZR 8] 
oder
2,7
[SZR 12] 
30-28
E30
ISO 2-fach
mit Verbund-Sicherheitsglas als Aussenscheibe7)
31
[SZR 8] 
oder
35
[SZR 12] 
± 2,0
79
53
39
2,9
[SZR 8] 
oder
2,7
[SZR 12] 
30-35
E30
ISO 2-fach
Standard Beschichtung8) auf Pos. 2
28
[SZR 8] 
oder
32
[SZR 12] 
± 2,0
je nach Typ der Beschichtung8)
48

38
[SZR 8] 
oder
39
[SZR 12] 

je nach Typ der Beschichtung8)
30-36
E30
ISO 2-fach
mit ESG als Aussenscheibe Beschichtung8) auf Pos. 2
± 2,0

je nach Typ der Beschichtung8)
48
je nach Typ der Beschichtung8)
30-37
E30
ISO 2-fach
mit Schalldämm-Verbund-Sicherheitsglas als Aussenscheibe Beschichtung8) auf Pos. 2
31
[SZR 8] 
oder
35
[SZR 1]
± 2,0
je nach Typ der Beschichtung8)
55

44
[SZR 8] 
oder
45
[SZR 12] 

je nach Typ der Beschichtung8)
30-38
E30ISO 2-fach
mit Verbund-Sicherheitsglas als Aussenscheibe7)
Beschichtung auf Pos. 2

31
[SZR 8] 
oder
35
[SZR 12] 
± 2,0
je nach Typ der Beschichtung8)
53
39
je nach Typ der Beschichtung8)
Pilkington Pyrodur®-Aussenanwendung4) für die E 30-Klasse (Dachverglasung)





30-401
E30
ISO 2-fach
mit ESG als Aussenscheibe 
Beschichtung8) auf Pos. 2
40
[SZR 12] 
± 2,0
je nach Typ der Beschichtung8)
67
± 2,0
40
je nach Typ der Beischtung8)


Maximal zulässige Glasabmessungen sind vom jeweiligen Brandschutzsystem abhängig und deswegen den einzelnen Anwendungsbescheinigungen
(technische Dokumentation) direkt zugeordnet. Grössere Abmessungen für Brandschutzverglasungen im Rahmen einer Einzelzulassung auf Anfrage.

Minimale und maximale Grössen sind z. T. produktionsbedingt. Angaben sind mit der Produktion abzustimmen.

1) Unmittelbare UV-Strahlung, z. B. durch UV-Lampen, oder die Anordnung unterhalb stark UV-durchlässiger Dächer muss bei den Brandschutzgläsern für die Innenanwendung von beiden Seiten und bei den Brandschutzgläsern für die Aussenanwendung von der Raumseite her vermieden werden.

2) Aufbau

3) Die Schalldämmprüfungen erfolgten CE-konform bei einem internen Prüflabor gemäss DIN EN ISO 140-3. Die Messungen an den Brandschutz-Isoliergläsern erfolgten mit Luft gefülltem Scheibenzwischenraum; diese Werte sind auch für mit Argon gefülltem Scheibenzwischenraum gültig.

4) Bei Einsatz in der Fassade ist unbedingt die vorgegebene Einbaurichtung (siehe Scheibenaufkleber; Produktstempel von innen lesbar) zu beachten.
Diese Brandschutzgläser sind auch innen einsetzbar.

5) Die angegebenen technischen Werte gelten für die Standardausführung. Weitere Kombinationen für durchwurf- und durchbruchhemmende Verglasungen siehe entsprechendes Kapitel.

6) Als Sonderausführung kann eine Mattfolie im Glasverbund verwendet werden; Lichtdurchlässigkeit = ca. 62 %.

7) Verbund-Sicherheitsglas: Die angegebenen technischen Werte gelten für das Isolierglas mit P2A (A1)-Anforderung nach DIN EN 356 (DIN 52290-4).
Kombinationen für weitere durchwurf-, durchbruch- und durchschusshemmende Verglasungen auf Anfrage.

8) Die Ug-Werte der Pilkington Pyrodur®-Brandschutz-Isoliergläser mit Low-E/Sonnenschutz-Beschichtung entsprechen weitgehend den Ug-Werten von Wärme- und Sonnenschutz-Isoliergläsern mit gleicher Beschichtung, mit gleichem SZR und gleicher Gasfüllung. Weitere technische Daten siehe entsprechendes Kapitel.

Max. Seitenverhältnis 1:10

Allgemeine Hinweise

Erklärung der Produkt-Codierung

z. B. Pilkington Pyrodur® für E-Verglasungen 30-201

1. Zahl (im Beispiel 30)
30 Feuerwiderstandsdauer in Minuten

1. Ziffer der 2. Zahl (im Beispiel 2)
1 Innenanwendung
2 Aussenanwendung ohne Beschichtung
3 Aussenanwendung mit Beschichtung
4 Aussenanwendung mit Beschichtung im Schrägbereich
6 Innenanwendung für Rahmenlose Stossfugensysteme

2. Ziffer der 2. Zahl (im Beispiel 0)
0 einschaliges Glas
2 einschaliges Glas in Kombination mit Ornament 504
5 Isolierglas in Kombination mit vorgesetztem Floatglas als Gegen- bzw. Aussenscheibe
6 Isolierglas in Kombination mit vorgesetztem Einscheiben-Sicherheitsglas als Gegen- bzw. Aussenscheibe
7 Isolierglas in Kombination mit vorgesetztem Schalldämm-Verbund-Sicherheitsglas als Gegen- bzw. Aussenscheibe
8 Isolierglas in Kombination mit vorgesetztem Verbund-Sicherheitsglas als Gegen- bzw. Aussenscheibe

3. Ziffer der 2. Zahl (im Beispiel 1)
0,1... Variantenbezeichnung
Diese Ziffer ist nicht bei allen Produkten erforderlich.

Das zulässige Brandschutzglas mit seiner maximalen Abmessung ist der jeweiligen Anwendungsbescheinigung bzw. der Zustimmung im Einzelfall zu entnehmen.

Brandverhalten
Pilkington Pyrodur® erfüllt, als Bestandteil von geeigneten und zugelassenen Brandschutzsystemen, bei Normbrandversuchen die Anforderungen gemäss den aktuellen, relevanten europäischen Prüfnormen für die Klassen E 30 und EW 30. Darüber hinaus bietet Pilkington Pyrodur® im Brandfall aufgrund der niedrigen Glasoberflächentemperatur auf der Schutzseite über die gesamte Prüfdauer eine Reduzierung der Hitzestrahlung. Zusätzlich sorgen die aufschäumenden Brandschutzschichten dafür, dass nahezu keine direkte Hitzestrahlung in den zu schützenden Bereich gelangt.

Anwendungsgebiete
Zur Herstellung von Verglasungen der Feuerwiderstandsklasse E30 im Innenausbau, in der Fassade und für den Dachbereich.

max. zul. Temperatur
Temperaturen im Bereich von -40°C bis +50° C bei Anwendungen für den baulichen Brandschutz.

Durchsicht
Klar durchsichtig

Sicherheitseigenschaften
Die einschaligen Brandschutzgläser Pilkington Pyrodur® 30-200 und Pilkington Pyrodur® 30-201 und Pilkongton Pyrodur® 30-203 sind Verbund-Sicherheitsgläser nach DIN EN 14449 und DIN 1259. Sie bestanden erfolgreich Pendelschlagversuche nach EN 12600 und DIN 52337. Darüber hinaus wurden Prüfungen auf Ballwurfsicherheit nach DIN 18032-3 sowie Kugelfallversuche nach DIN 52338 sicher bestanden.


Ebenso bieten alle Pilkington Pyrodur® Brandschutz-Isoliergläser bei entsprechender Gegen bzw.Aussenscheibe (Einscheiben-Sicherheitsglas oder Verbundsicherheitsglas) beidseitige Sicherheitsglaseigenschaften.

Ferner sind sowohl einschalige sowie Pilkington Pyrodur®-Brandschutz Isoliergläser mit zusätzlich integrierten PVB-Folien verfügbar.

Für die Herstellung absturzsichernder Verglasungen können die Pilkington Pyrodur®-Brandschutzgläser gemäss Kapitel 4.8 verwendet werden.
Alle Pilkington Pyrodur®-Brandschutz-Isoliergläser erfüllen die Anforderungen an Vertikalverglasungen gemäss den Technischen Regeln nach SIGaB in allen relevanten Punkten.

Pilkington Pyrodur® 30-401 für Dachverglasungen erfüllt die erhöhten Anforderungen an Überkopfverglasungen bei Standardsituationen in allen relevanten Punkten gemäss den Technischen Regeln nach SIGaB. Die im raumseitigen Brandschutzpaket angeordnete PVB-Sicherheitsfolie bietet die erforderliche Splitterbindung. Für Begehbarkeit sind spezielle Massnahmen nötig.

Modellscheiben
Modellscheiben sind innerhalb der maximalen Abmessungen möglich – zulassungsabhängig.

Lagerung/Transport
Pilkington Pyrodur®-Scheiben müssen senkrecht oder max. 6º von der Vertikalen abweichend flächig unterstützt auf geeignetem Untergrund (z. B. Holz) oder geeigneten Gestellen gelagert werden. Sie sind vor unzulässiger Feuchtigkeit zu schützen. Witterungseinflüsse während der Liefer-, Lager-, Bau- und Montagephasen sind zu vermeiden. Nach Einsetzen der Scheiben ist für sofortige Abdichtung des Falzraumes zu sorgen, um die Kantenummantelung vor eindringendem Regen und Reinigungswasser zu schützen.

Allgemeine Hinweise
Die Verglasungsdetails sind entsprechend der jeweiligen allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung auszuführen.

Die Gläser müssen an allen Kanten gerahmt werden.

Nach DIN 18361, Verglasungsarbeiten und nach SIGaB Isolierglasrichtlinie, müssen die Verklotzungen der Gläser fachgerecht so ausgeführt werden, dass schädliche Spannungen im Glas verhindert werden. Werden Pilkington Pyrodur®-Brandschutz-Isoliergläser verarbeitet, so sind in jedem Fall die Verglasungs-Richtlinien für Brandschutz-Isoliergläser massgebend.

Um die geforderte Feuerwiderstandsklasse zu erreichen, ist kein besonders hoher Anpressdruck der Glashalteleisten bzw. der Dichtprofile oder des Vorlegebandes erforderlich.

Auch bei den einschaligen Pilkington Pyrodur®-Brandschutzgläsern hat sich ein gleichmässiger maximaler Anpressdruck von 20 N/cm Kantenlänge am Scheibenrand bewährt. Wegen des
Glasbruchrisikos ist eine punktuelle Druckverglasung nicht zulässig.

Ferner muss auch bei Innenverglasungen, die einseitig an Räume mit sehr hoher Feuchtigkeit (wie bei Schwimmbädern etc.) anschliessen, der Falzraum wie bei Isoliergläsern trocken gehalten werden. Besonders die Ausführung der exakten Abdichtung zur warmen, feuchten Seite und ausreichende Dampfdruckausgleichsöffnungen zur trocknen, kühlen Seite haben sich für diese Anwendung bewährt.

Pilkington Pyrodur® wird ausschliesslich in Festmassen geliefert. Eine nachträgliche Veränderung ist aus rechtlichen Gründen und Gründen der Produkthaftung nicht zulässig.

Alle Pilkington Pyrodur®-Scheiben werden mit einer Kantenummantelung geliefert, die nicht beschädigt bzw. verändert werden darf. Pilkington Pyrodur®-Scheiben mit beschädigter oder veränderter Kantenummantelung dürfen nicht eingebaut werden.

Kombinationsmöglichkeiten mit Pilkington Pyrodur®

Wärmeschutz - Kombinationen Pilkington Pyrodur® mit Low-E-beschichteten Scheiben

Die gültige Energieeinsparverordnung verlangt in den meisten Fällen eine verbesserte Wärmedämmung der Gläser beim Einsatz im Fassadenbereich. Bei den Isolierglasaufbauten von Pilkington Pyrodur® (Aussenanwendungstypen) kann dies durch eine Kombination mit einer farbneutralen Low-E-beschichteten Scheibe auf Pos. 2 bei wahlweise Argon- bzw. Kryptonfüllung erreicht werden.

Pilkington Pyrodur® mit Low-E-beschichtete Scheibe – Technische Werte
Typ
Feuerwider-standsklasse
Gesamtdicke
ca. mm
Lichtdurchlässigkeit
TL1)
ca. %
Gesamtenergie-durchlässigkeit g2)
ca. %
Ug-Wert3)
ca. W/m2K
SZR-Füllung
30-35
30-36
E30
28
[SZR 8] 
76
56
1,6
1,2
Argon
Krypton
32
[SZR 12] 
1,3
1,1
Argon
Krypton
30-37
30-38
E30
31
[SZR 8] 
74
51
1,6
1,2
Argon
Krypton
35
[SZR 12] 
1,3
1,0
Argon
Krypton
30-401
(Dach)
E30
40
[SZR 12] 
73
51
1,2
1,0
Argon
Krypton


Alle Daten beziehen sich auf den genannten Standardaufbau mit Beschichtung auf Pos. 2.
Sie können sich bei anderen Glasdicken und -arten ändern.

1) Lichtdurchlässigkeit TL nach DIN EN 410 bzw. DIN 67507.

2) Der angegebene g-Wert nach DIN EN 410 ist jeweils ca. 2-4 % grösser als der g-Wert nach DIN 67507.

3) Ug-Werte basieren auf 90 % Gasfüllgrad und gelten für die vertikale Einbaulage.

Die Lichtreflexion nach aussen beträgt bei Pilkington Pyrodur® 30-35 und Pilkington Pyrodur® 30-36 ca. 14 % und bei Pilkington Pyrodur® 30- 401 ca. 11 %. Pyro-Isogläser können mit den (Edel)Stahlabstandhalter in den Dicken  8, 10, 12, 14 oder 16mm gefertigt werden.
Möglichkeit der Kombination mit Pilkington Activ™ auf Anfrage.

Sonnenschutz - Kombinationen Pilkington Pyrodur® mit sonnenschutzbeschichteten Scheiben

Wird für die E30-Klasse erhöhter Sonnenschutz gefordert, also soll der Gesamtenergiedurchlassgrad bei hoher Lichtdurchlässigkeit möglichst gering sein, so stehen hier verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Generell jedoch wird das Funktionsziel über folgende Lösung erreicht: Die Aussenscheibe des Brandschutz-Isolierglases wird auf Pos. 2 mit einer hauchdünnen Edelmetallbeschichtung versehen, die geschützt zum Scheibenzwischenraum angeordnet ist.

Durch die Verwendung der Sonnenschutz-Beschichtungen wird neben dem guten Sonnenschutz bei gleichzeitig hoher Selektivität ein Ug-Wert erreicht, der die Anforderungen erfüllt, die an ein hochdämmendes Isolierglas gestellt werden.

Für die architektonische Gestaltung stehen unterschiedliche farbneutrale, silberne und bläuliche Typen zur Verfügung. Bei Aussenscheiben mit stark absorbierenden Sonnenschutzscheiben empfehlen wir die vorgängige Rücksprache mit Flachglas.

Weitere Informationen ersehen Sie bitte im entsprechenden Kapitel 'Sonnenschutz'. Es können sich entsprechend dem Brandschutzglastyp (z.B. Typen für die Dachverglasung nur mit sog. G-Beschichtungen) Einschränkungen ergeben.

Schallschutz - Kombinationen Pilkington Pyrodur® mit Schalldämm-Verbund-Sicherheitsglas

Die bei Pilkington Pyrodur® für die E30-Klasse vorhandene hohe Schalldämmung kann durch Kombination mit einem zusätzlichen Schalldämm-Verbund-Sicherheitsglas im Isolierglasverbund weiter verbessert werden.

Die zur Verbesserung des Schallschutzes verwendete Schalldämm-Verbund-Sicherheitsglasscheibe besteht aus zwei Scheiben Floatglas (mindestens je 4 mm dick), die mit einer speziellen PVB-Folie verbunden sind.

Auch dieses Brandschutz-Isolierglas kann zur Absturzsicherheit herangezogen werden (siehe Kapitel 'Sicherheitsgläser').

Wenn aus statischen Gründen oder sicherheitstechnischen Überlegungen erforderlich, kann die Gesamtdicke der Schalldämm-Verbund-Sicherheitsglasscheibe erhöht und/oder die Scheiben thermisch vorgespannt werden.

Für den Einsatz im Innen- und Aussen- bzw. Fassadenbereich steht Pilkington Pyrodur® 30-27 bzw. mit Wärme-/Sonnenschutzbeschichtung als Pilkington Pyrodur® 30-37, zur Verfügung.

Nach internen CE-konformen Messungen beträgt sein Schalldämmwert mit Luft, Argon bzw. Krypton gefülltem Scheibenzwischenraum von 8 mm ca. 44 dB, bei einem Scheibenzwischenraum von 12 mm ca. 45 dB.

Möglichkeiten des verbesserten Wärme- und Sonnenschutzes sowie der Kombination mit Pilkington Activ™ auf Anfrage.

Sicherheit Kombination Pilkington Pyrodur® mit Einscheiben-Sicherheitsglas und Verbund-Sicherheitsglas

Die einschaligen Brandschutzgläser Pilkington Pyrodur® 30-200,Pilkington Pyrodur® 30-201 und Pyrodur® 30-203 sind Verbund-Sicherheitsgläser nach DIN EN 14449 und DIN 1259. Sie bestanden erfolgreich Pendelschlag-versuche nach EN 12600 und DIN 52337. Darüber hinaus wurden Prüfungen auf Ballwurfsicherheit nach DIN 18032-3 sowie Kugelfallversuche nach DIN 52338 sicher bestanden.

Ebenso bieten alle Pilkington Pyrodur®-Brandschutz-Isoliergläser bei entsprechender Gegen- bzw. Aussenscheibe (Einscheiben-Sicherheitsglas oder Verbund-Sicherheitsglas) beidseitige Sicherheitsglaseigenschaften.

Ferner sind sowohl einschalige sowie Pilkington Pyrodur®-Brandschutz-Isoliergläser mit zusätzlich integrierten PVB-Folien verfügbar.




Da bei diesen Brandschutzgläsern zähelastische Sicherheitsfolien integriert sind, ist ihre Wirkungsweise wie die eines Verbund-Sicherheitsglases anzusehen.

Bei Verwendung eines Pilkington Pyrodur®-Brandschutz-Isolierglases für die E30-Klasse bei gleichzeitiger Berücksichtigung einer Anprall-Last von 0.8 kN/m in Brüstungshöhe (1m höhe) auf die Gegenscheibe, ist diese Scheibe bis zu einer Breite von 2,00 m in 6 mm, ab 2,00 m in mindestens 8 mm Einscheiben-Sicherheitsglas auszuführen.

Grundsätzlich sind bei allen sicherheitsrelevanten Brandschutzverglasungen entsprechende objektbezogene Anforderungen (statisch, bauphysikalisch, etc.) zu überprüfen. Wir empfehlen dringend die rechtzeitige Abstimmung mit der entsprechenden Baubehörde. Im Einzelfall sind Beurteilungen durch Fachingenieure oder auch Bauteilprüfungen vor Ort erforderlich.

Personen- und Objektschutz - Kombinationen Pilkington Pyrodur® mit Verbund-Sicherheitsglas

Vorwiegend im Objektbereich eingesetzt, aber auch für den privaten Bauherrn interessant, können diese Kombinationen als Verletzungsschutz, Absturzsicherung (auch als Aufzugsverglasung), durchwurf-, durchbruch- und durchschusshemmende Verglasungen eingesetzt werden.

Um den hohen Anforderungen gemäss Durchwurfhemmung und/oder Durchbruch- bzw. Durchschusshemmung gerecht zu werden, besteht die Möglichkeit, Pilkington Pyrodur®-Gläser für die E30-Klasse mit Verbund-Sicherheitsgläsern der entsprechenden Sicherheitsklassen zu kombinieren. Hinzu kommen neu entwickelte dicken- und gewichtsoptimierte einschalige Brandschutzgläser.

Möglichkeiten des erhöhten Personen- und Objektschutzes auf Anfrage.

In vielen Fällen ist zusätzlich eine Alarmgebungsfunktion möglich; entweder mit der Alarmspinne oder mit Alarmdrahteinlage (siehe Kapitel 'Sicherheitsgläser').

Kombinationen Pilkington Pyrodur® mit Durchwurfhemmung

Wird zusätzlich zur E30-Klasse die Durchwurfhemmungsklasse P2A bis P5A nach DIN EN 356 (bzw. A1 bis A3 nach DIN 52290) gefordert, so kann zum einen das neue modifizierte einschalige Brandschutzglas Pilkington Pyrodur® 30-200 +... oder zum anderem das Brandschutz-Isolierglas Pilkington Pyrodur® 30-28 mit entsprechend geforderter vorgesetzter Verbund-Sicherheitsglasscheibe eingesetzt werden. Das zuletzt genannte Brandschutz-Isolierglas kann zusätzlich die Sicherheitsklasse EH01 bzw. EH02 der VdS Schadenverhütung GmbH, Köln erfüllen.

Kombinationen Pilkington Pyrodur® für die Durchwurfwiderstandsklassen P2A, P3A, P4A, P5A nach DIN EN 356 ersehen Sie bitte im Kapitel Sicherheitsgläser oder in der Glastypenliste unserer technischen Dokumentation Brandschutz.

Kombinationen Pilkington Pyrodur® mit Durchbruchhemmung

Wird zusätzlich zu der E30-Klasse eine Durchbruchhemmung (Ein- und Ausbruchhemmung) nach DIN EN 356 gefordert, so können diverse Kombinationen im Rahmen einer Zustimmung im Einzelfall verwendet werden.

Für die dem Pilkington Pyrodur®-Paket im Isolierglasverbund vorgesetzten speziellen Verbund-Sicherheitsglasscheiben liegen entsprechende Prüfberichte nach DIN EN 356 (bzw. DIN 52290) vor.

Kombinationen Pilkington Pyrodur® für die Durchbruchwiderstandsklasse „P..“ nach DIN EN 356 (bzw. „B“ nach DIN 52290-3) für die Feuerwiderstandsklasse E30 ersehen sie bitte im Kapitel «Sicherheitsgläser» oder in der Glastypenliste unserer technischen Dokumentation Brandschutz.

Kombinationen Pilkington Pyrodur® mit Durchschusshemmung

Wird zusätzlich zur E30-Klasse eine Durchschusshemmung nach DIN EN 1063 gefordert, können solche Kombinationen im Rahmen einer Zustimmung im Einzelfall verwendet werden.

Für die speziellen Verbund-Sicherheitsgläser, die dem Pilkington Pyrodur® im Isolierglasverbund vorgesetzt sind, liegen entsprechende Prüfberichte nach DIN EN 1063 vor.

Kombinationen Pilkington Pyrodur® 30-28 für Durchschusswiderstandsklassen nach DIN EN 1063 sind auf Anfrage erhältlich.

Kombinationen Pilkington Pyrodur® mit Sprengwirkungshemmung

Wird für die E30-Klasse zusätzlich die Sprengwirkungshemmung der Klasse D nach DIN 52290-5 gefordert, so ist dies grundsätzlich möglich. Jedoch ist hier zwecks Abklärung für den Einzelfall eine Absprache mit uns erforderlich.

Kombinationen Pilkington Pyrodur® mit Alarmgläsern

Grundsätzlich ist die Kombination von Pilkington Pyrodur® für die E30-Klasse mit Alarmgläsern realisierbar. Die Zulässigkeit ist mit dem jeweiligen Systemhersteller abzustimmen. Die Alarmgebung ist nur in Verbindung mit einer Alarmanlage möglich.

Hauptsächlich zur Anwendung gelangt die Alarmglas-Variante mit aufgedruckter Alarmschleife („Alarmspinne“, verdeckte Alarmschleife oder Delodur Alarmglas). In Sonderfällen, z. B. Kombination Pilkington Pyrodur® mit durchbruch- und durchschusshemmenden Verbund-Sicherheitsgläsern, ist auch die Verwendung von Alarmdrahteinlagen mit Randanschluss möglich.

Weitere Informationen auf Anfrage und im Kapitel Sicherheitsgläser.

Kombinationen Pilkington Pyrodur® mit Pilkington Activ™-beschichteten Scheiben (Selbstreinigung)

Es besteht die Möglichkeit, Pilkington Pyrodur® mit Pilkington Activ™ in einem Isolierglasaufbau zu kombinieren. Dabei wird die Pilkington Pyrodur®-Scheibe als Brandschutzleistungsträger als Innenscheibe und die Pilkington Activ™-Scheibe mit der speziellen Beschichtung auf der der Witterung zugewandten Seite (Pos. 1) als Aussenscheibe ausgeführt. Weitere Information zu Pilkington Activ™ ersehen Sie bitte im Kapitel 'selbstreinigendes Glas'.

Kombinationen Pilkington Pyrodur® mit verschiedenen Dekorvarianten (Design)

Hinsichtlich der Möglichkeit, die Ansicht und Durchsicht von Brandschutzgläsern zu gestalten, stehen unterschiedliche Varianten zur Verfügung. Aus anwendungstechnischer Sicht ist bei den im Folgenden beschriebenen Designmöglichkeiten unbedingt auf den Einsatzbereich, ob Innen- oder Aussenbereich, zu achten. Grundsätzlich sind die beschriebenen Dekorvarianten im Innenbereich in der Regel unproblematisch einsetzbar. Im Fassadenbereich sind diese technischen Lösungen aufgrund der erhöhten thermischen Belastungen nur eingeschränkt möglich und somit nur nach Rücksprache zu verwenden.

Designfolien
Für die Anwendung im Innenbereich können Pilkington Pyrodur®-Brandschutzgläser (ab 10 mm Dicke) mit Folien beklebt werden. Die Applikation der bis zu 250 μm dicken Folien wird ab Werk angeboten. Dabei werden nur Qualitätsprodukte anerkannter Folienhersteller verwendet. Design und Farben sind nahezu frei wählbar. Bei flächiger Beklebung ist eine Breite bis zu 1,20 m möglich; grössere Breiten auf Anfrage. Im monolithischen Aufbau als auch geschützt vor mechanischen Beschädigungen im Isolierglasverbund, ist die Beklebung mit Folien eine brandschutztechnisch zulässige und wirtschaftliche Lösung, um vielfältige Gestaltungswünsche zu erfüllen. Neben der werkseitigen Beklebung ist auch ein nachträgliches bauseitiges Applizieren entsprechender Dekorfolien möglich.

Mattfolie
Eine Variante, eine ganzflächige Transluzenz zu erzielen, ist die Verwendung der einschaligen Brandschutzgläser Pilkington Pyrodur® 30-200 und Pilkington Pyrodur® 30-203 sowie darauf basierende Brandschutz-Isoliergläser mit einer Mattfolie, die geschützt im Brandschutzpaket integriert ist.

Sandstrahlen/Ätzen/Lasergravur
Das Behandeln der äusseren Glasoberflächen der Pilkington Pyrodur®-Gläser durch Ätzen, Sandstrahlen oder Lasern ist, obwohl z.T. nicht in unserem Lieferprogramm enthalten, möglich. Als brandschutztechnische Verwendbarkeitsnachweise liegen teils gutachterliche Stellungnahmen der Materialprüfanstalt für das Bauwesen in Braunschweig bzw. EMPA Dübendorf vor.

Ornament/Strukturgläser
Pilkington Pyrodur® 30-12 stellt in Kombination mit Ornament 504 eine weitere Möglichkeit dar, im Innenbereich eine ganzflächige Transluzenz zu erzielen. Auch Kombinationen mit Mastercarré oder Satinato sind erhältlich.
Weitere Produktvarianten hinsichtlich des Einsatzes von Strukturgläsern auf Anfrage.

Siebdruck
Im Isolierglasverbund, geschützt dem Scheibenzwischenraum zugewandt, können beim Einsatz im Innenbereich viele Emailfarben voll- oder teilflächig auf der ESG-Gegenscheibe aufgebracht werden.

Dekorbeschichtung
Eine weitere Möglichkeit, die Glasoberflächen farbig zu gestalten, stellt das GLAS-MA®-Beschichtungssystem dar. Hierbei wird eine spezielle Beschichtung auf die Glasoberflächen in der Regel nachträglich, d. h. nach Einbau vor Ort, aufgebracht. Diese Beschichtung kann in den verschiedenen Farben (ein- oder mehrfarbig) aufgebracht werden. Nicht nur die Abrieb- und Kratzfestigkeit im normalen Gebrauch ist durch intensive Tests überprüft worden, sondern es existiert auch ein Verwendungsnachweis, dass diese GLAS-MA®-Beschichtung auf allen Pilkington Pyrodur®-Gläsern unbedenklich sind.

Kombination mit Farbgläsern (in der Masse eingefärbtes Floatglas) auf Anfrage.

Drahtspiegel- und Ornamentgläser mit Drahteinlage sind grundsätzlich nicht Bestandteil der Pilkington Pyrodur®-Aufbauten.

Gegebenenfalls sind die Brandschutzsystemhersteller bzw. Zulassungsinhaber bezüglich der Übereinstimmung mit der Anwendungsbescheinigung anzusprechen.