Erläuterungen technischer Daten und Bezeichnungen
Soweit nicht anders angegeben, werden die licht- und energietechnischen Daten der Isoliergläser nach der neuen europäischen Norm DIN EN 410 angegeben. Im Vergleich zu der nach der in der Vergangenheit relevanten Norm DIN 67 507 (bzw. zur DIN EN ISO 9010) ermittelten Werte führt dies zu einer tendenziell höheren Gesamtenergiedurchlässigkeit. Licht- und UV-Durchlässigkeit, Lichtreflexion und allgemeine Farbwiedergabe sind gleich.

SR = StrahlungsReflexion
ST = StrahlungsTransmission
SA = Sekundärabgabe TST
(g) = Gesamtenergiedurchlass
Lichtdurchlässigkeit (DIN EN 410)
Die Angabe der Lichtdurchlässigkeit TL bezieht sich auf den Wellenlängenbereich des sichtbaren Lichtes von 380 nm bis 780 nm und wird gewichtet mit der Hellempfindlichkeit des menschlichen Auges.
Lichtreflexion nach aussen RLa (nach EN 410)
Der Anteil der einfallenden Strahlung im sichtbaren Bereich, der vom Glas nach aussen reflektiert wird. Die Lichtreflexion von vetroTherm Pro beträgt 12%.
Allgemeine Farbwiedergabe Ra,D (nach EN 410)
Der allgemeine Farbwiedergabeindex Ra,D beschreibt die Farbwiedergabeeigenschaften des durch die Verglasung hindurchgelassenen Tageslichtes (Normlichtart D 65). Ra,D-Werte grösser als 80 bedeuten eine gute Farbwiedergabe; Ra,D-Werte grösser als 90 eine sehr gute Farbwiedergabe; vetroTherm Pro besitzt einen sehr guten Farbwiedergabeindex von 98 (bezogen auf 2 x 4 mm Glasdicke).
UV Durchlässigkeit (DIN 67507, EN 410)
Die Durchlässigkeit TUV für ultraviolette Strahlung wird für den Wellenlängenbereich von 280 nm bis 380 nm angegeben.
Gesamtenergiedurchlassgrad g (DIN EN 410)
Die Gesamtenergiedurchlässigkeit g einer Verglasung bezieht sich auf den Wellenlängenbereich von 300 nm bis 2500 nm. Sie ist die Summe aus der direkt hindurch gelassenen Strahlung und der sekundären Wärmeabgabe (Abstrahlung und Konvektion) nach innen. Für das Nachweisverfahren der SN 520 380/1 (Thermische Energie im Hochbau) sind Werte nach DIN EN 410 zu verwenden. Für die Bestimmung des g-Wertes müssen die spektralen Eigenschaften der verwendeten Gläser für den ganzen solaren Spektralbereich vorliegen.
Strahlungstransmission
Der Strahlungsanteil, der durch die Scheibe hindurchtritt, wird Transmissionsgrad genannt. Er wird nach der Norm SIA 331.151 gleichlautend der SN EN 410 ‘Bestimmung der lichttechnischen und strahlungsphysikalischen Kenngrössen von Verglasungen’ ermittelt.
Mittlerer Durchlassfaktor (Shading Coefficient)
Der mittlere Durchlassfaktor b ist das Verhältnis der Gesamtenergiedurchlässigkeit (g-Wert) der Verglasung zum g-Wert einer 3 mm Einfachscheibe von 87%: b = g/87. Bezogen auf den g-Wert von Isolierglas gilt b = g/80.
Energiebilanz
Transparente Glasflächen stellen für ein Gebäude nicht nur Verlustflächen, sondern auch einen Gewinn dar. Mehr und mehr werden Gebäude über eine Energiebilanz bewertet. Entscheidend ist dabei, den Verlust über den U-Wert mit einem Strahlungsgewinn über den g-Wert zu kompensieren. Es ist also sinnvoll neben den reinen Zahlenwerten für den Ug-Wert auch den Gewinn durch Sonneneinstrahlung – g-Wert – zu berücksichtigen.
Passive Solarenergiegewinne
Moderne Architektur berücksichtigt in zunehmendem Masse das solare Bauen, um die natürlichen Ressourcen an Erdgas und Erdöl zu schonen. Ziel ist es, den nicht unerheblichen Anteil der CO2-Emissionen der privaten Haushalte zu reduzieren. Hierbei spielt der transparente Werkstoff Glas eine besondere Rolle, da er die Fähigkeit besitzt, die kostenlos gelieferte Solarstrahlung direkt in den Innenraum hineinzulassen.
Die von der Sonne gesandte Wärme (Licht- und kurzwellige Wärmestrahlung) gelangt dabei zu einem bestimmten Prozentsatz, der durch den g-Wert der Wärmeschutzverglasung ausgedrückt wird, in den Innenraum. Beschichtete Wärmeschutz-Isoliergläser liefern so kostenlose Energie zum Heizen des Gebäudes und helfen, die CO2-Emissionen zu reduzieren.
Durch die Absorption im Gebäude wandelt sich die kurzwellige Solarstrahlung in langwellige Wärmestrahlung um. Für diese ist Glas jedoch undurchlässig, so dass die eingefangene Solarstrahlung nicht mehr durch Strahlung auf direktem Wege durch das Isolierglas das Gebäude verlassen kann. Diesen Effekt bezeichnet man als Treibhauseffekt.
Grosse Glasflächen mit einem ausreichenden sommerlichen Wärmeschutz sowie eine optimale Ausrichtung des Gebäudes garantieren hohe passive Solarenergiegewinne. Hierbei kann unter optimalen Bedingungen mehr Energie durch das Wärmeschutz-Isolierglas gewonnen werden als verloren geht.
Wärmedurchgangskoeffizient U-Wert (EN 673, ∆T 15K)
Der Wärmedurchgangskoeffizient einer Verglasung gibt an, wieviel Energie pro Sekunde und pro m2 Glasfläche bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin (°C) verloren geht. Je niedriger dieser Wert ist, desto weniger Wärme geht verloren. Beschichtung, Gasfüllung und Breite des Scheibenzwischenraums beeinflussen den Wärmedurchgangskoeffizienten einer Verglasung entscheidend.
In der Vergangenheit wurden Wärmedurchgangskoeffizienten nach DIN 52619 mit einer Temperaturdifferenz zwischen den beiden Oberflächen, die den Scheibenzwischenraum begrenzen, von 10 K (°C) gemessen. Heute werden berechnete Ug-Werte nach EN 673 in Abhängigkeit des Emissionsgrades der Beschichtung (s.u.) und der Gasfüllung angegeben. Dabei wird eine Temperaturdifferenz von 15 K (°C) zugrundegelegt. Zudem wird ein Gasfüllgrad von 90% angenommen.
Die Emissivität εn der jeweiligen Beschichtung beträgt bei vetroTherm 1.1 0.03.
Die Angaben des Wärmedurchgangkoeffizienten beziehen sich auf eine senkrechte Einstrahlung und wird nach DIN EN 673 für eine senkrechte Verglasung angegeben. Der Ug-Wert verändert sich bei geneigten oder horizontalen Verglasungen.
Emissivität
Abstrahlvermögen einer Oberfläche. Eine unbeschichtete Oberfläche strahlt 89% ihrer, im Glas aufgenommenen Energie ab. Für Wärmedämm-Isolierglaseinheiten werden heute Beschichtungen mit Emissivitäten bis zu 0.02 (2%) verwendet. Die Angabe erfolgt auf 2 Dezimalstellen. Der U-Wert ist unabhängig von der Lage der Beschichtung im SZR, d.h. welche Oberfläche zum SZR beschichtet ist. Die Lage der Schicht beeinträchtigt aber die Reflexion und damit die Farbe der Ansicht. Die Reduzierung des U-Wertes ergibt sich aus der Verringerung des Strahlungsaustausches zweier sich gegenüberstehenden Oberflächen. Gleichzeitig wird auch der g-Wert kleiner.
Längenbezogener Wärmedurchgang Ψ
Der Abstandhalter der Isolierglaseinheit stellt eine Wärmebrücke dar. Auf dem Markt werden wärmetechnisch verbesserte Abstandhalter angeboten, die einen Einfluss auf den gesamt U-Wert des Fensters haben. Er wird nicht mit dem U-Wert der Isolierglaseinheit erfasst. Bei der Berechnung des gesamten U-Wertes des Fensters wird dieser Effekt berücksichtigt.
Selektivitätskennzahl
Die Selektivitätskennzahl ist das Verhältnis von Lichtdurchlässigkeit (TL) zum Gesamtenergiedurchgang (g) und berechnet sich aus TL / g. Ein hoher Wert der Selektivitätskennzahl S zeigt ein für den Sonnenschutz gutes Verhältnis von Lichtdurchlässigkeit (TL) zur Gesamtenergiedurchlässigkeit (g).
Gasfüllgrad
In der zukünftigen europ. Norm prEN 1279 ist festgelegt, dass bei der Langzeitprüfung davon ausgegangen wird, dass der U-Wert während der Lebensdauer der Isolierglaseinheit nicht um mehr als 0.1 W/m2K ansteigt. Dabei wird eine Reduktion des Füllgrades von 90% auf 85% angenommen. Füllgrade von 90% sind heute üblich und bilden die Grundlage für die Berechnung des U-Wertes in dieser Information.
Bewertetes Schalldämm-Mass Rw
Das Schalldämm-Mass Rw ist die übliche Grösse zur Kennzeichnung der Schalldämmeigenschaften eines Glases oder eines Fensters und wird in dB (Dezibel) angegeben (Laborwerte).
Mit der Bezeichnung R’w wird der gemessene Wert am Bau bezeichnet (Faustregel: um den gewünschten R’w-Wert zu erreichen, muss das bewertete Schalldämm-Mass Rw um 2–3 dB erhöht werden (je nach Randbedingungen können Abweichungen statt finden. Dies gilt für das gesamte Fenster).
Um auch die Eigenschaft der Lärmquelle und der Verglasung zu berücksichtigen, wurden die Korrekturen mit «C» und «Ctr» eingeführt.
Spektrums-Anpassungswerte nach EN 20717-1 oder ISO 717-1: 1996
Die Spektrums-Anpassungswerte C und Ctr sind Werte in Dezibel, die zum Einzelwert (z.B. Rw) hinzuzufügen sind. Damit werden die Besonderheiten spezifischer Schallspektren verschiedener Geräuschquellen berücksichtigt, wie Strassenlärm oder Lärm im Innern von Gebäuden. Die akustische Eignung von Bauteilen gegenüber Luftschall wird in folgender Weise dokumentiert: Nach dem bewerteten Schalldämm-Mass Rw wie bisher werden in Klammern die beiden Anpassungswerte C und Ctr angegeben:
Rw (C; Ctr) = 41 (0; -5) dB
Der Anpassungswert C geht von einer Lärmeinwirkung mit einem Spektrum mit ziemlich gleichmässiger Frequenzverteilung aus, wie beispielsweise Schienenlärm, während der Wert Ctr das Spektrum berücksichtigt, das wesentliche Tieftonanteile aufweist, wie beispielsweise Strassenlärm («tr» für «traffic»).
Die Korrekturwerte sind: C: 100–3150; Ctr: 100–3150
Die Anpassungswerte C und Ctr sind in der Regel negative Zahlen. Sie reduzieren also das bewertete Schalldämm-Mass Rw. Kleine Zahlen bedeuten ein günstiges, grosse ein ungünstiges Verhalten gegenüber Schall mit dem entsprechenden Spektrum (z.B. ist Ctr = -3 besser als -5 dB).
Für die Beurteilung der akustischen Eignung von Innen- und Aussenbauteilen empfiehlt es sich, das mit der Anpassungsgrösse C resp. Ctr korrigierte Schalldämm-Mass Rw heranzuziehen, weil es dem tatsächlich im Raum bestehenden Schallpegel besser entspricht als die ursprüngliche unkorrigierte Grösse.
Seit dem 1. Januar 1993 sind die Werte C und Ctr in den Untersuchungsberichten der EMPA aufgeführt. Sie sind auch in der im Oktober 1996 von der SIA publizierten Dokumentation «D 0139 Bauteildokumentation/ Schallschutz im Hochbau» zu finden.
Durchsicht von innen nach aussen
Bei der Durchsicht von innen nach aussen wird die Wiedergabe von Farben im Wesentlichen nicht verfälscht. Wird die Durchsicht durch Vergleich mit einem geöffneten Fenster beurteilt, so ist die leichte Tönung der meisten Sonnenschutz-Isoliergläser erkennbar. Sie ist auch erkennbar, wenn man von aussen durch «über Eck» verglaste Isolierglas-Einheiten hindurchsieht.
Farbeinhaltung
Aus produktionstechnischen Gründen ist eine absolute Farbgleichheit in der Aussenansicht nicht immer möglich; das gilt insbesondere für Nachbestellungen.
Ähnliches gilt für die Farbgleichheit in der Durchsicht, von innen nach aussen; insbesondere bei den vetroSun Typen Silber 36/22 und Auresin 40/26 sind z.B. bei grossflächigen Dachverglasungen Abweichungen erkennbar.
Die DIN 1249, Teil 10, weist darauf hin, dass aufgrund der verwendeten Rohstoffe gewisse Schwankungen in der Grundzusammensetzung des Glases vorgegeben sind, die praktisch keinen Einfluss auf die physikalischen Kennwerte besitzen; mögliche Ausnahmen können Farbwerte und die Werte der Licht- und Energiedurchlässigkeit sein.
Bei hochreflektierenden vetroSun Typen kann das Spiegelbild durch den Pumpeffekt verzerrt werden.
Glasgewicht
Spezifisches Gewicht = 2,5 = 2,5 kg/m2/mm
(z.B. ISO 2x4 mm Float=8 mmx2,5=20 kg/m2).
Seitenverhältnis
Bei vetroTherm 1.1 gelten folgende Regeln bezüglich max. Seitenverhältnis:
Bei einem Glasaufbau ≤ 2 x 4 mm = 1:6
Bei einem Glasaufbau > 2 x 4 mm = 1:10
wobei diese Werte für einen Scheibenzwischenraum von 12–20 mm gelten.
Dickentoleranzen
Für vetroTherm 1.1 2-fach ISO gilt bei einem symmetrischen Glasaufbau eine Dickentoleranz von +/– 1,0 mm. Bei asymmetrischem Glasaufbau sowie Kombinationen mit mehrschichtigem Glas wie z.B. vetroSafe (VSG) muss von einer Dickentoleranz von +/– 1,5 mm ausgegangen werden.
Für vetroTherm Trio 3-fach ISO gilt bei einem symmetrischen Glasaufbau eine Dickentoleranz von +/– 1,4 mm. Bei asymmetrischem Glasaufbau sowie Kombinationen mit mehrschichtigem Glas = +/– 1.8 mm.
Bei Aufbauten mit vetroProtect gelten Dickentoleranzen von + 2,8 /– 1.4 mm.
Grössentoleranzen
Die Grössentoleranzen für Mehrscheibenisoliergläser entnehmen Sie bitte dem Kapitel
Toleranzen.
Zur Definition der typenspezifischen Grössentoleranzen gelten die in den jeweils offiziell gültigen Produktenormen definierten Angaben (z.B. SIA, SN, EN, DIN, Glasnormen des SIGaB).